Z Wave vs. ZigBee: Welches System ist besser für dein Smart Home

Z Wave und ZigBee sind die am meisten genutzten Funkprotokolle für Smart-Home Produkte, doch obgleich ihrer vielen Gemeinsamkeiten lassen sich die beiden Systeme nicht miteinander verbinden. Beide weisen wesentliche Unterschiede, Vorteile und Nachteile auf über die du Bescheid wissen solltest, wenn du dein Smart Home optimal einrichten möchtest.

Nachfolgend erhältst du daher alle Informationen zu ZigBee und Z-Wave, sodass du dich letztendlich guten Gewissens entscheiden kannst.

ZigBee ist OpenSource – Z-Wave nicht

Die Chance ein ZigBee Produkt in Aktion zu sehen ist sehr hoch, selbst wenn du dir dessen überhaupt nicht darüber bewusst sein solltest. Das liegt daran, dass es sich bei ZigBee um ein offenes Protokoll handelt, das niemandem gehört. Dies ist insofern vorteilhaft, dass der Code überprüft werden kann und wahrscheinlich ewig bestehen wird. Andererseits ist es auch nachteilhaft, da jedermann den Code nach Belieben verändern kann.

Das passierte nämlich mit dem Hue von Phillips passiert – dem ersten erfolgreichen ZigBee Produkt. Aufgrund der Änderungen die Phillips am Code vornahm, brauchen nun alle Hue-Produkte ihren eigenen Hub, selbst wenn diese bereits einen mit ZigBee kompatiblen Hub besitzen.

Anders als ZigBee, ist Z-Wave ein geschlossener Standard von Silicon Labs. Es wurde bereits mehrfach geändert, was leider nicht gerade für die Stabilität des Systems spricht. Ein geschlossenes System sollte normalerweise nicht verändert werden und die Verwendung spezifischer Hubs sollte nicht notwendig sein, doch das ist nicht immer der Fall.

Z-Wave erhöht die Sicherheit nämlich dadurch, dass es von jedem Gerät eine einmalige Identifikationsnummer verlangt um mit deinem Hub kommunizieren zu können. Jedes Z-Wave Gerät muss präzise Standards einhalten um problemfrei Informationen austauschen zu können. Bei einigen Produkten mit der Eigenschaft „Ready for ZigBee“ kommt es daher oft zu Problemen in Verbindung mit Z-Wave.

ZigBees Maschen-Netzwerk und Z-Waves längere Reichweite

Das Maschen-Netzwerk von ZigBee bietet jedem Gerät die Möglichkeit sich direkt mit dem nahegelegensten Gerät zu verbinden. Somit ist es nicht nötig, dass sich jedes Gerät separat mit dem Hub verbindet.  Stattdessen springt das Signal solange von einem Gerät zum Nächsten bis es den Hub erreicht hat.

Z- Wave verfügt zwar ebenfalls über ein Maschennetzwerk, doch kann in diesem lediglich vier Sprünge absolvieren. Ist ein Gerät zu weit den nächsten drei entfernt wird die Kette unterbrochen und die Verbindung geht verloren. ZigBee kann dagegen durch endlos viel Geräte springen um den Hub zu erreichen.

Ein Vorteil von Z-Wave ist allerdings die wesentlich längere Reichweite. Während Z-Wave Geräte sich über eine Strecke von bis zu 165 Metern verbinden können, ist bei ZigBee nach 18 Metern Schluss. Allerdings lässt sich das Problem durch die Verwendung mehrerer ZigBee-Geräte lösen. Solltest du jedoch vorhaben wenige Geräte über eine große Distanz zu verbinden, bist du mit Z-Wave besser bedient.

ZigBee verbraucht weniger Energie

ZigBee Geräte haben einen geringeren Energieverbrauch und halten daher nach dem Aufladen länger. Diese Lücke wurde zwar durch die sog. Z-Wave Plus Geräte weitgehend geschlossen, da diese ebenfalls weniger Strom verbrauchen, doch ZigBee ist nach wie vor effizienter. Wenn du vorhast viele Sensoren, Schlösser und andere batteriebetriebene Geräte zu verwenden ist ZigBee auf jeden Fall die bessere Wahl.

Z-Waves stabilere Verbindung und ZigBees Flexibilität

In den USA, wo Z-Wave am meisten benutzt wird läuft das System über eine wenig genutzte Radiofrequenz, während ZigBee mit 2,4 GHz die gleiche Frequenz wie ein WLAN-Netzwerk verwendet. Bei Letzterem können daher Komplikationen auftreten, wenn ZigBee sich in unmittelbarer Nähe zu Wifi-Geräten befindet. Z-Wave hat dieses Problem nicht und läuft daher nahezu immer reibungslos.

Andererseits lässt sich ZigBee aufgrund seiner Frequenz von 2,4 GHz an jedem beliebigen Ort auf der Welt verwenden, während Z-Wave in jedem Land eine andere Radiofrequenz verwendet. Bei einem Aufenthalt in einem anderen Land werden die heimischen Z-Wave Produkte daher nicht funktionieren.

Fazit: Welches Funkprotokoll ist besser?

Da beide Standards ihre jeweiligen Vor-und Nachteile haben, sollten zwei Faktoren bei der Entscheidung eine Rolle spielen: Wie viele Geräte du verwenden möchtest und wie weit diese voneinander entfernt sein werden.

Wenn deine Geräte in kleinen Abständen aufgestellt werden oder du ohnehin viele Geräte benutzt bist du mit ZigBee auf jeden Fall besser bedient. Bei wenigen Geräten auf lange Entfernung kommst du um Z-Wave allerdings kaum herum.

Ein weiterer Faktor ist die Produktunterstützung:

ZigBee unterstützt Phillips Hue, Amazon Echo Plus, Belkin WeMo Link und Hive Heating Products.

Z-Wave ist dagegen mit August Smart Locks, Kwikset Smart Locks und dem Logitech Harmony Hub Extender kompatibel.

Solltest du also bereits in eines dieser Produkte investiert haben, kannst du deine Kaufentscheidung auch daran ausrichten.